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Studie: 84 % der befragten Österreicher wünschen sich ein Sabbatical

Studie: 84 % der befragten Österreicher wünschen sich ein Sabbatical

Flexible Arbeitsmodelle sind hoch im Trend. Immer mehr Arbeitnehmer wünschen sich eine Alternative zur 40 Stunden Woche. Eine wachsende Zahl an Arbeitgebern bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, flexibler zu arbeiten, um dadurch besser auf die rasante Marktentwicklung reagieren zu können und ihren Mitarbeitern eine bessere Work-Life Balance zu ermöglichen. Eines dieser flexiblen Modelle ist das so genannte Sabbatical, oder auch Sabbat-Jahr. Hinter dem Sabbatical steckt der Gedanke, eine längere Auszeit vom Job zu nehmen. Wir haben diese Entwicklung zum Anlass genommen, eine Studie zum Thema Sabbatical durchzuführen, um Beweg-und Hintergründe von Menschen herauszufinden, die ein Sabbatical gemacht haben oder gerne machen möchten. In der Umfrage haben wir sowohl 304 Österreicher im Alter von 18 bis 55+ Jahren, als auch Sabbatical-Experten befragt.

Der Wunsch nach einer Auszeit ist groß

Der Wunsch wird bei vielen Generationen immer größer, die eigenen Träume leben zu können. Und die neuen Möglichkeiten in der Arbeitswelt, wie z. B. […] Sabbaticals ermöglichen es den Menschen, ihren eigenen Weg zu gehen.“, weiß Julia Patzenhauer. Die Auszeit-Expertin schreibt auf ihrem Reiseblog über ihre Auszeit vom Job. Diese Angabe ergibt sich auch aus unserer Studie, denn eine überwiegende Mehrheit (84,8 Prozent), der Befragten die noch kein Sabbatical gemacht haben, können sich eine Auszeit gut vorstellen. Dieser Wunsch ist durchgehend bei allen Altersgruppen stark ausgeprägt. Besonders signifikant sind die Ergebnisse allerdings für Befragte ab 45 Jahren. Diese Altersklasse gab mit über 90 Prozent an, gerne ein Sabbatical machen zu wollen. Die Umfrageergebnisse zeigen weiterhin, dass unter den Befragten, die schon einmal ein Sabbatical gemacht haben, mehr als 35 Prozent der weiblichen Befragten eine Auszeit von über einem Jahr gemacht haben. Mehr als 27 Prozent der Frauen haben eine Auszeit von sechs bis zwölf Monaten genommen. Im Vergleich dazu gaben männliche Teilnehmer an, dass die Mehrheit von ihnen (37,5 Prozent) lediglich eine Auszeit von einem bis drei Monaten nahm. Dies wird auch bestätigt von Daniela Scholl, deren Kundschaft zum Großteil weiblich und über 40 Jahre ist. Die Kulturwissenschaftlerin hilft Menschen mit ihrer Firma, auszeitAGENTUR, ein Sabbatical zu planen und zu realisieren und hat selbst ein Sabbatical hinter sich. Die Auszeit Spezialistin bestätigt: „Einige hatten harte Jahre als Alleinerziehende hinter sich und möchten sich jetzt […] wieder auf die eigenen Träume und Bedürfnisse besinnen.“.

 

Graph: Mehrheit der Österreicher möchte Auszeit vom Job nehmen

Warum Österreicher gerne ein Sabbatical nehmen würden

 

„Unsere Gesellschaft stoppt nicht. Es gibt keine Pause. Außer, ich nehme sie mir.“, (C. Cuhls).

 

Viele gute Gründe für ein Sabbatical

Die Gründe für ein Sabbatical können vielseitiger Natur sein.“, weiß Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologin Leila Gisin. Die Expertin sagt „Grundsätzlich soll ein Sabbatical der Entwicklung von Burnouts entgegenwirken, die Gesundheit und Lebenszufriedenheit fördern und neue Perspektiven aufzeigen.“. Von den Umfrageteilnehmern wollten wir wissen, aus welchem Grund sie sich eine Auszeit vom Job nehmen würden. Etwa ein Drittel der Teilnehmer gab an, dass sie gerne auf Reisen gehen möchten. Besonders für Teilnehmer in den Altersgruppen von 18 bis 44 Jahren ist der Hauptgrund für ein Sabbatical das Reisen, das geben allein 40 Prozent von ihnen an. Aber auch eine berufliche Neuorientierung und das Genießen einer längeren Pause vom stressigen Job wurden als Gründe für den Wunsch nach einem Sabbatical angegeben. Für Umfrageteilnehmer, die bereits ein Sabbatical hinter sich haben sehen die Ergebnisse ähnlich aus; der Großteil von ihnen entschied sich für eine Auszeit vom Job um sich neu im Leben zu orientieren. Zeit zu Reisen zusammen mit der Auszeit vom stressigen Job teilen sich den zweiten Platz.

Besonders Teilnehmer ab 45 scheinen sehr gestresst in ihrem Job zu sein, da 32,4 Prozent von ihnen angeben, eine Auszeit zu benötigen um zu entspannen. 12,3 Prozent der Teilnehmer haben das Gefühl, sie bräuchten mehr Zeit für sich selbst und ihre Hobbys. Egal, welcher Grund, „die Menschen die das Gefühl haben eine Auszeit zu benötigen, nehmen sich diese auch“, weiß Carsten Alex. Der Coach, der selbst eine zweijährige Auszeit vom Job genommen hat, unterstützt Menschen mit ganzheitlichen Lösungsansätzen mehr Lebensqualität und Erfolg zu erreichen.

 

 „Ausruhen, Zeit haben und dann Anlauf nehmen für die kommenden Herausforderungen des Lebens, das macht für mich großen Sinn.“ (D. Scholl)

Vor dem Sabbatical ist nicht nach dem Sabbatical

Daniela Scholl sagt über ein Sabbatical: „Ganz pragmatisch ist das einzige, was sich ändern wird, ich selbst bzw. mein Blick auf mich und meine Umwelt.“. Wir wollten von unseren Teilnehmern wissen, wie sich die Auszeit auf ihr Leben ausgewirkt hat. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, nach dem Sabbatical glücklicher und energiereicher zu sein. Sabbatical Experte Chris Cuhls gab außerdem an, seine „Prioritäten sind durch die Auszeit neu geschärft und geordnet.“, weil man in einer Auszeit viel reflektiere und zu klaren Schlüssen gelangen kann. Der Eventregisseur hat 2016 ein Sabbatical gemacht um eine Pause vom intensiven Job zu bekommen und um Zeit für Familie, Freunde und sich selbst zu haben. „Die Auszeit hat Freude bereitet und zu mehr Sinnhaftigkeit, Wachstum und Inspiration geführt. Das Durchatmen hat sich gelohnt und zahlt sich in so vielen Facetten aus!“, berichtet Cuhls. Dass sie durchatmen und entspannen konnten, gaben auch die Befragten unserer Umfrage an, denn etwa 40 Prozent nannten ein reduziertes Stresslevel als direktes Resultat eines Sabbaticals. Lediglich ein geringer Anteil von Teilnehmern gab an, sich nach ihrer Auszeit genauso oder sogar schlechter als vorher zu fühlen. Auch für Julia Patzenhauer hat sich das Sabbatical gelohnt, denn sie beschreibt durch ihre Auszeit einen Motivationsschub bekommen zu haben.

 

Graph: Gründe der Österreicher ein Sabbatical zu nehmen

Wie Österreicher ihr Sabbatical genutzt haben

Planung und Zukunft des Sabbaticals

Laut Auszeitcoach Carsten Alex haben zwar viele Unternehmen bereits den Mehrwert des Sabbaticals für ihre Mitarbeiter erkannt, doch stehen viele Mitarbeiter dem Sabbatical immer noch sehr skeptisch gegenüber. Daher fordert Alex mehr Initiative von Unternehmen, Anreize für eine Auszeit vom Job zu schaffen. So schlägt der Coach z. B. kürzere Sabbaticals von vier bis sechs Wochen vor, da diese von den Mitarbeitern besser in den Alltag integriert werden könnten. Die Experten Alex und Gisin raten zu einer Auszeit bevor der Stress unerträglich wird, da ein Mitarbeiter, der bereits krank ist, auch wenn er ein Sabbatical nimmt, immer wieder in alte Muster verfällt und erneut erkrankt. Alex meint: „Es muss möglich sein, ein Sabbatical zu nehmen, bevor man krank wird und nicht erst, wenn es zu spät ist.“. Weiterhin rät Arbeitspsychologin Gisin zu einer regelmäßigen Auszeit alle 5-7 Jahre, um einem Burnout präventiv entgegenwirken zu können.

Ein Sabbatical will gut geplant sein, weiß Chris Cuhls. Der Eventmanager rät ein Sabbatical über eine lange Zeit zu planen und sowohl Arbeitgeber als auch Familie in die Planung mit einzubeziehen. Julia Patzenhauer hat mit der Planung ihres Sabbaticals bereits ein Jahr vor Abreise begonnen. Sie gibt aber auch an, dass die Länge der Planung von der Dauer des Sabbaticals abhänge. Es gibt viele verschiedene Modelle, wie man ein Sabbatical finanzieren kann, und die Vorbereitungen auf eine längere Auszeit können mitunter sehr langwierig sein. Aber am Ende zeigt nicht nur unsere Studie – für 98,3 Prozent hat sich ihr Sabbatical gelohnt! – sondern auch das Gespräch mit unseren Experten, dass es die Mühen wert ist.

In einer weiteren Studie über flexible Arbeitszeitmodelle haben wir herausgefunden, dass sich 75 Prozent der von uns befragten Österreicher flexiblere Arbeitszeiten wünschen. Die Gründe dafür und die Branchen aus denen Arbeitnehmer mit diesem Wunsch kommen, können Sie in unserem Artikel „Studie: 75 % der Österreicher wollen flexibler arbeiten“ nachlesen.

 

 

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Für noch mehr Informationen rund um Büro und Arbeit schauen Sie doch mal auf unserer Facebook-Seite oder bei uns auf Twitter vorbei.

Ein Sabbatical sollte nicht erst dann genommen werden, wenn man kurz vor dem Burnout steht oder total unglücklich/unzufrieden mit dem aktuellen Job ist. Bei ersterem kommt die Erholungsphase zu spät, bei letzterem verschiebt man das Problem nur auf später – da ist eher ein Jobwechsel angezeigt.
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