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Prokrastination am Arbeitsplatz – Umfrage deckt die größten Zeitfresser in österreichischen Büros auf

Prokrastination am Arbeitsplatz – Umfrage deckt die größten Zeitfresser in österreichischen Büros auf

Wer kennt es nicht…eigentlich hat man so viel zu tun und um alle Fristen einzuhalten, dürfte man so gut wie gar nicht weg vom Schreibtisch. Aber bevor es richtig losgehen kann, muss erst mal schnell Kaffee gekocht werden und dann muss der Schreibtisch aufgeräumt werden, denn wer kann sich bei so viel Zettelwirtschaft schon auf das Wesentliche konzentrieren? Da es ja auch ein Montag ist, wäre es unhöflich den Frollegen nicht nach seinem Wochenende zu fragen….

Manchmal kann es ganz schön viel Überwindung kosten sich einfach an einige Aufgaben zu setzten und diese mit voller Konzentration anzugehen. Wieso schieben wir einige Dinge einfach so gerne auf, bis wir manchmal sogar in Zeitnot geraten? Viele Ablenkungen sind erwünscht, da ein kurzer Tratsch in der Büroküche viel angenehmer ist, als die Aufgabe, vor der man sich drückt. Wenn man den Schreibtisch aufräumt sieht man das Ergebnis auch direkt.

Wir haben eine Online-Umfrage* durchgeführt, um herauszufinden wie und weswegen österreichische Angestellte eigentlich prokrastinieren. Die Top drei Lieblingsmethoden der Österreicher sind:

  1. Mit Kollegen tratschen
  2. Social media und Online browsen
  3. Toilettenpause

Bei der Frage „Aus welchen Gründen schieben Sie Aufgaben auf?“, unterscheiden sich männliche Angestellte von ihren weiblichen Kollegen. 28% männlicher Mitarbeiter prokrastinieren, weil sie „genug Zeit haben“ oder sogar „gelangweilt sind“. Es könnte darauf hinweisen, dass eine Gruppe von Mitarbeitern eher prokrastiniert, wenn Sie unterfordert sind. 17% der Frauen hingegen gaben an, dass sie prokrastinieren, weil sie eine unangenehme oder schwierige Aufgabe vor sich herschieben. Dieser Grund kam bei männlichen Kollegen erst an den dritten Platz.

Oft hört man den ein oder anderen sagen „Ich arbeite einfach besser unter Druck.“ Was steckt jedoch dahinter? „Aus der Luftfahrt weiß man, dass Menschen unter Druck mehr Fehler machen. Man kann dies auch auf den Druck in einer Firma übertragen. Wenn Zeitknappheit herrscht und der Stresspegel erhöht ist, ist der Leistungszustand nicht optimal. Das ist heutzutage ein großes Problem. Durch die vielen Aufgaben und die erhöhte Taktung, die durch die Digitalisierung entstanden ist, führt dazu, dass viel unter Druck gearbeitet wird und da steigt auch die Fehlerrate. Ein erhöhter Aufwand entsteht durch zusätzliche Qualitätskontrollen und Menschen sind zusätzlich auch unzufrieden mit ihrer eigenen Leistung – unter Druck arbeiten ist wirklich eine Ausrede, weil man selbst vorher nicht in die Gänge kommt oder die Arbeitsüberlastung zu hoch ist.“ findet Motivationsexperte Thomas Schlechter, denn „viele haben nicht gelernt wie sie sich selbst managen können.“

Viking AT - Prokrastination im Büro

Wir wollten auch erfahren, wie sich ‚Aufschieberitis‘ auf eine durchschnittliche Arbeitswoche ausschlägt. Dabei waren sich 50% aller Arbeitnehmer einig, dass sie jeden Tag gleich viel prokrastinieren (etwas mehr als eine Stunde), jedoch wird in der Arbeitswoche auch ein klarer Trend erkennbar; 17% prokrastinieren montags am meisten, gefolgt von einigen produktiven Arbeitstagen und freitags schiebt etwa jeder zehnte Angestellte freitags mehr Arbeit auf als an den anderen Tagen. Überraschend findet unser Motivationsexperte dieses nicht, denn „der Montag ist ein schwieriger Tag, da die meisten aus dem Rhythmus rauskommen. Wenn man länger wach bleibt, mehr schläft, mehr isst und vielleicht noch Alkohol trinkt, dann führt es dazu, dass der Montag eine Eingewöhnungsphase ist, in die Arbeitszeit.“. Schlechter rät, dass man einem trägen Montag entgegensteuern kann, indem man „den eigenen Lebensrhythmus entsprechen aufrechterhält. Das führt auch dazu, dass man sich wohler fühlt. Unser ganzes Leben ist auf einen Rhythmus aufgebaut und wenn man diesen beibehält beeinflusst es unser Wohlbefinden und man ist motivierter.“ Falls man am Wochenende doch etwas länger schläft als geplant, gibt es eine Reihe an Mentaltechniken, mit denen man sich motivieren kann.

Prokrastination wird oft nicht ernst genommen, es kann aber zum Verhängnis werden, wenn Aufgaben nicht erledigt werden. Daher gibt auch mehr als die Hälfte der befragten Arbeitnehmer an, sich in der Arbeitszeit zu konzentrieren um alle Aufgaben ganz regulär zu erledigen, und nicht nacharbeiten zu müssen. Allerdings gaben auch 15% der Befragten an, nach der Arbeit länger zu bleiben, um Aufgaben nachzuholen. Dabei ist wieder ein Unterscheid zwischen Männern und Frauen ans Tageslicht getreten, denn jeder zehnte männliche Kollege holt die verlorene Zeit nicht auf. Frauen sind anscheinend etwas gewissenhafter, denn nur 6% der Frauen gaben an Zeit nicht nachzuholen.

Bei einem Durchschnittsgehalt von 2.360 € pro Monat und einer 40 Stunden Woche gerechnet ergibt unsere Rechnung, dass ein Arbeitnehmer pro Monat etwa 331 € durch prokrastinieren verdient. Aufgerechnet auf das ganze Land, sind das etwa 58.378.392,9€ die Arbeitgeber für das Prokrastinieren ihrer Mitarbeiter zahlen. Spätestens bei dieser Zahl, sollten sich Arbeitgeber fragen, was sie selbst, die Führungskräfte gegen Prokrastination und für mehr Motivation tun können.

Diese Frage beantwortet Motivationsexperte. „Führungskräfte haben die Aufgabe Ihre Mitarbeiter zu unterstützen und vor allem eine Atmosphäre zu schaffen, in der ihre Mitarbeiter optimale Leistung bringen können. Mitarbeiter und Menschen sind von sich aus motiviert und wollen Leistung erbringen.“ antwortet Schlechter und führt fort „Die Motivation wird nur häufig durch die Arbeitsatmosphäre oder durch Führungskräfte gestört. Das kann durch Überlastung passieren, oder man hat den Mitarbeitern nicht die richtigen Tools gegeben oder ihnen gezeigt, wie man richtig mit diesen Tools umgeht. Firmen sind dafür verantwortlich Mitarbeitern diese Prozesse beizubringen, damit Aufgaben bewältigt werden können, dann würde sich auch Prokrastination verringern.“

Meistens hält sich Prokrastination in einem gesunden Rahmen und es gibt genügend Studien, die darauf hinweisen, dass süße Katzenvideos die Produktivität steigern können, solange für die Betroffenen und das Unternehmen keine negativen Konsequenzen entstehen. Wir möchten allen die Möglichkeit geben selber herauszufinden wie viel man eigentlich für die eigene Aufschieberitis während der Arbeitszeit bezahlt wird.

Im folgenden Rechner können Sie Ihr Einkommen eingeben und herausfinden wir viel Sie jährlich dafür bezahlt werden und wie Sie im Vergleich zum österreichischem Durchschnitt abschneiden!

*Im Zeitraum vom 04.-16.Mai haben wir die Umfrage auf Facebook durchgeführt. Insgesamt nahmen 142 österreichische ArbeitnehmerInnen teil.

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Was sind Ihre Taktiken, um Arbeit ein wenig aufzuschieben oder zu prokrastinieren? Verraten Sie es uns auf unserer Facebook-Seite oder schauen Sie bei uns auf Twitter vorbei.

Weitere Informationen finden Sie auch im neu erschienen Buch des Erfolgsexperten.

Durch die vielen Aufgaben und die erhöhte Taktung, die durch die Digitalisierung entstanden ist, führt dazu, dass viel unter Druck gearbeitet wird und da steigt auch die Fehlerrate.
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