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Mythen des Arbeitsvertrags unter der Lupe

Mythen des Arbeitsvertrags unter der Lupe

Assessment Center und Vorstellungsgespräch sind erfolgreich bestanden und das Jobangebot flattert ein paar Tage später ins Haus. Doch bevor man vor lauter Freude über den Traumjob voreilig auf der gestrichelten Linie unterzeichnet, gibt es einige Dinge zu beachten. Wir geben Tipps was man bei der Unterzeichnung eines Arbeitsvertrags beachten sollte und gehen ein paar hartnäckigen Irrtümern auf den Grund.

Vertrag genaustens lesen

Auch wenn man selbst schon mehrere Arbeitsverträge (oder auch Dienstverträge genannt) unterzeichnet hat, lohnt es grundsätzlich den neuen Vertrag genaustens zu lesen, sonst könnten eventuell wichtige Details übersehen werden, die später zu Missverständnissen oder gar Reibereien zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern führen könnten. Ist man sich zu der einen oder anderen Klausel nicht sicher, könnte eine Vertrauensperson helfen, sie zu verstehen. Gut zu wissen ist auch, dass man als Arbeitnehmer durchaus Änderungswünsche äußern kann, vor allem wenn diese in einer freundlichen und respektvollen Weise vorgetragen werden.

  • Tipp: Man kann seinen Arbeitsvertrag im Zweifelsfall kostenlos von der Arbeitskammer prüfen lassen.

Abkühlungsperiode

Ein guter Tipp ist, sich den Vertrag in Ruhe und ohne Druck durchzugehen Es ist durchaus angebracht, sich Zeit zu lassen bis man den Vertrag unterzeichnet. Arbeitgeber rechnen zwar mit bis zu einer Woche, aber es ist ein Zeichen der Höflichkeit sich beim zukünftigen Chef zu erkundigen, wie lange man sich Zeit lassen kann bevor man zum Kugelschreiber greift.

Job Interview

Inhalt – das muss in einem Arbeitsvertrag drin sein

Ein Arbeitsvertrag informiert den Angestellten über seine Rechten und Pflichten, sowie die des Arbeitsgebers. Deshalb ist so ein Vertrag meistens etliche Seiten lang. Doch es gibt einen Mindestinhalt, der für beide Parteien die Rahmenbedingungen des zukünftigen Arbeitsverhältnisses festlegen. Einige der wichtigsten Punkte lauten wie folgt:

  • Tätigkeit des Arbeitnehmers
  • Arbeitszeit und Überstunden
  • Gehalt
  • Arbeitsort
  • Kündigungsfrist und Kündigungstermin
  • Probezeit
  • Urlaub
  • Nebenberufliche Tätigkeiten
  • Name und Adresse des Arbeitsgebers sowie des Arbeitsnehmers

Weitere Informationen zum Mindestinhalt eines Arbeitsvertrags gibt es auf dem Hilfsportal der österreichischen Regierung, die diesen informativen Artikel dazu verfasst hat.

Einschränkende Klauseln

Vorsicht geboten ist bei Klauseln, die den Arbeitgeber über das Dienstverhältnis hinaus einschränken. Diese Klauseln haben in den letzten Jahren zunehmend in österreichischen Arbeitsverträgen Einzug gehalten. Sie betreffen Vertragspunkte wie zum Beispiel anderwärtige, zumutbare Tätigkeiten, verschiedene Arbeitsorte oder abweichende Arbeitszeiten. Inwiefern diese Klauseln zulässig sind, kann man als Arbeitnehmer im Arbeitszeitgesetz bzw. Arbeitsverfassungsgesetz nachlesen.

Kollegen sprechen

  • Achtung: Besondere Obacht geben sollte man bei sogenannten All-in-Verträgen auf die Überstundenbezahlung. Bei dieser Art von Verträgen ist die Bezahlung aller in einem Monat angefallenen Überstunden bereits im Bruttogehalt abgegolten. Das heißt, nicht mehr Geld für mehr Überstunden. Hochgerechnet wird so oft der eigentliche Stundenlohn heruntergedrückt. Obwohl All-in-Verträge für den Arbeitnehmer selten günstig ausfallen, sind sie dennoch erlaubt, solange das monatliche Bruttogehalt nicht unter den kollektivverträglichen Mindestlohn fällt.

Mythen aus der Arbeitswelt

Nicht nur diejenigen, die kurz vor der Unterzeichnung eines neuen Arbeitsvertrags stehen, sollten über ihre Rechten und Pflichten informieren, sondern auch die, die schon eine gewisse Zeit in einem geregelten Arbeitsverhältnis stehen. Denn nach wie vor halten sich unter Beschäftigten hartnäckige Irrtümer, die Unwissenden schnell zu Stolpersteinen werden können. Wir haben die gängigsten Mythen ausfindig gemacht:

  1. Falsch: Wenn man krank ist, kann einem nicht gekündigt werden.

Doch, eine Kündigung kann man auch im Krankheitsfall erhalten, nur muss der Arbeitgeber alle Termine und Fristen einhalten und das Gehalt fortzahlen.

  1. Falsch: Ein Attest vom Arzt muss man erst nach drei Tagen einreichen.

Nein, der Arbeitgeber kann darauf bestehen, dass eine Bestätigung gleich am ersten Tag eines Krankheitsfalls fällig ist.

  1. Falsch: Der Vorgesetzte entscheidet über den Urlaub

Das stimmt nicht ganz. Beide Parteien müssen einvernehmlich über Urlaubsfragen entscheiden.

  1. Falsch: Man kann Überstunden nicht ablehnen.

Doch, kann man, wenn es einen triftigen Grund dafür gibt, z.B. wenn ein dringender Arzttermin wahrgenommen werden muss oder Kinder betreut werden müssen.

  1. Falsch: Nur schriftliche Kündigungen sind gültig.

Nein. Mündliche Kündigungen können auch geltend gemacht werden. Die Kündigungsfrist beginnt sobald diese Kündigung ausgesprochen wurde.                   Quelle: Arbeitskammer

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Vielleicht haben Sie Wissenswertes zu Arbeitsverträgen generell? Wir freuen uns auf Ihre Ratschläge, auf unserer Facebook-Seite oder bei uns auf Twitter zu lesen.

Kollegen sprechen Nicht nur diejenigen, die kurz vor der Unterzeichnung eines neuen Arbeitsvertrags stehen, sollten über ihre Rechten und Pflichten informieren, sondern auch die, die schon eine gewisse Zeit in einem geregelten Arbeitsverhältnis stehen.
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