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5 Rhetorik-Tipps für Frauen im Büro

5 Rhetorik-Tipps für Frauen im Büro

Eine gelungene Kommunikation am Arbeitsplatz ist das A&O, um die eigenen Ideen und Vorhaben erfolgreich präsentieren und umzusetzen zu können. Wir haben mit Rhetoriktrainering und Diplompädagogin Sabine Wohlrab gesprochen, um herauszufinden welche Kommunikations-
probleme Frauen am Arbeitsplatz häufig begegnen und 5 Tipps für Sie zusammengefasst, die Sie bei der nächsten Besprechung für sich austesten können.

Diplom Pädagogin, Trainerin und Coach für Fach- und Führungskräfte, Tätigkeit in der Personalentwicklung, Ausbildungen in systemischer Beratung, Coaching und Psychodrama und lebenszyklusorientierter Personalentwicklung. Arbeitsschwerpunkte: Führungskräfteentwicklung, Konfliktmanagement, Persönlichkeitsentwicklung. Fachautorin.

Diplom Pädagogin Sabine Wohlrab ist Trainerin und Coach für Fach- und Führungskräfte mit den Arbeitsschwerpunkten Führungskräfteentwicklung, Konfliktmanagement und Persönlichkeitsentwicklung. 

1. Achten Sie auf Ihr Selbstmarketing

Hier kommt es vor allem darauf an, dass Sie sich selbst und Ihre eigenen Erfolge nicht unter Wert verkaufen und auf das richtige Timing setzen, wenn Sie Ihre Ideen erfolgreich präsentieren möchten. Sabine Wohlrab rät für ein erfolgreiches Selbstmarketing vermehrt Ich-Botschaften zu senden und auch in E-Mails öfter auf das hoheitliche „wir“ zu verzichten, wenn die neue Geschäftsidee doch dem eigenen Erfolg zuzuschreiben ist. Falls Sie sich mit einem Thema besonders gut auskennen, dann scheuen Sie sich auch nicht – wenn das Thema zur Sprache kommt – die Hand zu heben und zu betonen: „Wenn Sie Hilfe benötigen, dann bin ich Ihre Expertin!“. So informieren Sie Kollegen klar und deutlich über Ihre Fähigkeiten und auch die Führungsebene weiß, dass die neue Idee Ihnen gutzuschreiben ist.

Achten Sie auch besonders auf das Timing, um Ihren Vorschlag erfolgreich zu präsentieren. Frauen gehen meist besser vorbereitet in ein Meeting als Ihre männlichen Kollegen und sind oftmals sofort bereit mit Ideen loszuschießen. Aus Ihrer langjährigen Arbeit in der Führungskräfte-
entwicklung weiß Sabine Wohlrab jedoch, dass am Anfang eines Meetings die meisten Kollegen noch gar nicht aufnahmefähig sind und eher damit beschäftigt sind sich eine Tasse Kaffee einzuschenken oder von ihren Erfolgsstories zu berichten. Klinken Sie sich in diese Selbstmarketing-Session ein und berichten Sie von Ihren Erfolgen aus der letzten Zeit. Um anschließend den Vorschlag in Ihrem Fachbereich erfolgreich zu präsentieren, warten Sie auf den Moment der vollen Aufmerksamkeit der Teilnehmenden. Des Weiteren lohnt es sich herauszufinden wer die Entscheidungsperson am Konferenztisch ist, sprechen Sie bewusst in deren Richtung und formulieren Sie empfängerorientiert: Auf welchem Ohr hört die Entscheidungsperson besonders gut?

2. Nutzen Sie Ihre Körperhaltung

Ob bei der Teambesprechung, beim Gespräch mit Kunden oder beim Pausenplausch mit den Kollegen, Frauen werden deutlich häufiger am Arbeitsplatz unterbrochen als ihre männlichen Kollegen. Um dem entgegen zu wirken empfiehlt Sabine Wohlrab folgende Vorgehensweise: Sprechen sie die Person, die Sie unterbricht direkt an mit „Gleich!“ oder „Einen Moment!“,  dann drehen Sie sich von der Person, weg und sprechen Sie bewusst und ohne Unterbrechung in eine andere Richtung weiter. Ein weiterer Tipp ist es die Hand in Richtung der unterbrechenden Person nach Vorne auszustrecken, um dem Gegenüber durch non-verbale Signale bewusst zu machen, dass Sie ein Unterbrechen Ihrer Redezeit nicht gestatten.

Nicht unterbrochen werden2Fürchten Sie sich auch nicht davor Raum am Tisch einzunehmen, breiten Sie Ihre Unterlagen aus und lassen Sie Ihre Kollegen wissen, dass Sie einen Platz am Diskussionstisch verdient haben. Achten Sie auf einen festen Stand, wenn Sie präsentieren oder beispielsweise im Stehen mit Ihren Kollegen oder Vorgesetzen kommunizieren. Ein Extratipp ist hierbei auf stabiles Schuhwerk zu achten, das einen selbstsicheren Stand zusätzlich unterstützt.

3. Fallen Sie nicht auf die Beliebtheitsfalle herein

Viele Frauen haben oftmals Sorge sich am Arbeitsplatz mit selbstbewussten Forderungen unbeliebt zu machen. Sabine Wohlrab ist jedoch überzeugt, dass Ihre Kollegen Ihnen erst dann mit dem nötigen Respekt begegnen, wenn Sie Ihre Meinung klar und deutlich äußern und aufzeigen, dass Sie mit gewissen Teamentscheidungen nicht übereinstimmen. Lassen Sie Konjunktive (würde, könnte, hätte) und Weichspüler (kurz, lediglich, eigentlich) weg und scheuen Sie sich nicht, klare Botschaften zu senden und zu sagen: „Das ist meine Position!“.

Des Weiteren ist es auch wichtig, keine Aufgaben zu übernehmen, die von Ihren Kollegen nicht übernommen werden. Werden Sie ständig gebeten Protokoll zu schreiben oder Kaffee für die Teambesprechung zu kochen? Stimmen Sie nur zu, wenn diese Aufgaben auch selbstverständlich von Ihren Kollegen übernommen werden.

4. Setzen Sie Beziehungsaspekte als Stärke ein

Die Geschäftswelt verändert sich und der traditionell autoritäre Top-Down-Führungsstil ist mehr und mehr vom Aussterben bedroht. Der Trend geht in Richtung der selbstorganisierten Teams und einer situativen und kooperativen Führung, sagt Sabine Wohlrab. Prinzipiell kann man nicht zwischen einem männlichen und einem weiblichen Führungsstil unterscheiden. Aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht ist jedoch bekannt, dass Männer eher zu strategischen Machtspielen und Rangkämpfen neigen als Frauen, die eher zwischenmenschliche Beziehung und die Inklusion aller Teammitglieder priorisieren. Hier können Frauen mit Ihrer emotionalen Intelligenz und ihrer kollaborativen Arbeitsweise in Zukunft immer besser punkten. Eine bedachte Vorgehensweise und Verständnis für die Argumente anderer sollten Sie sich nicht als Schwäche auslegen lassen. Stellen sie daher deutlich die Vorteile dieser Strategie heraus – selbstverständlich mit klarer Sprache.

5. Bleiben Sie authentisch

„Sie müssen nicht zum besseren Mann werden!“, betont die Kommunikationsexpertin. Finden Sie heraus welche Kommunikationsformen und Gesten am besten zu Ihnen passen und haben Sie dabei nicht das Gefühl, dass Sie sich verstellen müssen.

individualität

„Benchmarken Sie, aber bleiben Sie sich dabei treu“, gibt uns Sabine Wohlrab weiter mit auf den Weg. Dazu gehört beispielsweise das Achten auf die branchenüblichen Gepflogenheiten, wie beispielsweise den Dresscode. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie nicht auch mit persönlichen Extravaganzen experimentieren können. Nutzen Sie Ihre Stärken und heben Sie dabei Ihre Persönlichkeit hervor.

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Um erfolgreich zu kommunizieren müssen Sie nicht zum besseren Mann werden!
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