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Mit Powernaps und Relaxräumen die Produktivität steigern

Mit Powernaps und Relaxräumen die Produktivität steigern

Wer kennt das berühmt-berüchtigte Nachmittagstief nicht? Es fällt einem schwer, die Augen offen zu halten, weil man am Vormittag schon auf Hochtouren gelaufen ist. Generell ist man nach dem Essen sowieso ein paar Minuten… oder Stunden…. nicht zu gebrauchen. Doch wer sich in Österreich über Müdigkeit beschwert und sich nach einem Mittagsschläfchen sehnt, wird schnell als schwach und faul bezeichnet. Man beschwert sich viel lieber, wie müde man doch ist und es herrscht eine regelrechte Wettbewerb, wer denn am wenigsten Schlaf hatte. So ein kleines Nickerchen zwischendurch könnte helfen, das Motivationstief zu bekämpfen. So sehr wir ihn als Kind gehasst haben und als Erwachsener regelmäßig herbeiwünschen – der Mittagsschlaf hat in den meisten österreichischen Büros noch immer Hausverbot.

Bild von schlafendem Mann vor Computer

https://www.flickr.com/photos/anieto2k/5632644156/

Dabei hört man doch gerade in letzter Zeit soviel über den magischen Powernap. Doch was ist ein Powernap eigentlich und was bringt dieser Kurzschlaf?

Laut Schlafforschern soll er uns in erster Linie wacher machen und die Reaktion, Konzentration als auch das Gedächtnis verbessern. Der Powernap, Tagschlaf, Kurzschlaf oder eben bei uns der wohl eher bekannte Mittagsschlaf, soll dazu dienen, die Müdigkeit zu bekämpfen und die Produktivität zu steigern. Das ist jetzt aber (leider) kein Freibrief, um den ganzen Nachmittag durchzuschlafen – beim Powernapping geht es darum, das Großhirn zu regenerieren, aber den Schlaf vor dem Eintreten der Tiefschlafphase zu stoppen.

Fangen wir mal mit den Basics an: Ein Powernap ist circa 20 Minuten lang. In dieser Zeit soll Napping uns schlauer machen und Burn-out sowie Bluthochdruck vorbeugen. Das haben nun Wissenschaftler des National Institute of Mental Health (NIMH) und der Harvard University im Rahmen ihrer Studie herausgefunden. Beim Thema Leistungsfähigkeit, die ja bekanntlich essenziell für die Arbeitswelt ist, sind sich die Forscher einig: Je länger der Arbeitstag ist, desto größer ist der Leistungsabfall – als hätten wir das aus eigener Erfahrung nicht schon geahnt. Die Schlafpausen haben laut den Untersuchungen dazu geführt, den Leistungsabfall zu stoppen. Das sind ja einmal gute Neuigkeiten, die man vielleicht beim nächsten Mitarbeitergespräch erwähnen könnte.

Schlafender Büromitarbeiter

https://www.flickr.com/photos/byzantiumbooks/14849766858/

Doch der Powernap ist keine erst kürzlich entdeckte Wundermethode. Im Gegenteil, denn in Japan weiß man schon lange, dass ein Nickerchen einem wieder mit frischer Energie versogen kann. In Japan heißt der Powernap Inemuri und bezeichnet das Schläfchen in der Öffentlichkeit. Man fällt hierbei nicht in einen Tiefschlaf, sondern ist noch halb anwesend. Dieser Kurzschlaf wird gerne im Büro, der Straßenbahn, dem Bus oder jeglichen anderen öffentlichen Orten angewendet. Aber nicht nur die Japaner machen es schon seit Jahren vor, in Spanien und den lateinamerikanischen Ländern heißt das Ganze dann einfach Siesta und ist wie in Japan tief in der Kultur verwurzelt. In China hat man sogar ein Recht auf seinen Mittagsschlaf. Man besitzt laut Artikel 43 der chinesischen Verfassung einen Anspruch, der das gelegentliche Ruhen am Arbeitsplatz garantiert. Inwieweit das in der Praxis umgesetzt wird, ist wahrscheinlich wieder ein anderes Thema. Auch in den USA ist man den energiebringenden Schläfchen schon sehr viel aufgeschlossener gegenüber eingestellt. Dort gibt es schon mehrere Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Ruhe- und Relaxräume am Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Darunter sind bekannte Namen wie Google, Nike, Ben & Jerry’s, Pizza Hut und viele mehr.

Relaxraum

29 https://www.flickr.com/photos/wwworks/2638509964/

In Österreich ist der Powernapping-Trend leider noch nicht ganz angekommen. Nur vereinzelte Betriebe stellen ihren Mitarbeitern Schlafkojen und Ruheräume zur Verfügung. Ein Beispiel ist die Rechtsanwaltskanzlei Schönherr in Wien, denn hier wurde für die Mitarbeiter ein Raum mit drei Schlafkojen eingerichtet. Es sollte kein klassisches Nachtdienstzimmer eingerichtet werden, denn der Raum kann auch in Pausen zum Lesen und Relaxen genutzt werden. Solche Relaxräume sind leider noch nicht zur Norm geworden. Da aber die Kreativität sowie die Mitarbeitermotivation in vielen Betrieben Österreichs immer wichtiger wird, werden hoffentlich in Zukunft mehr Ruheräume zur Verfügung stehen. Denn man braucht schließlich ausgeschlafene und glückliche Mitarbeiter, die vor Energie nur so sprühen, um auch erfolgreich sein zu können. Bis dahin heißt es jedoch – früh ins Bett gehen, um am nächsten Tag frisch und munter den Arbeitsalltag überwinden zu können.

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Wenn Sie Ihren Schlafrhythmus im Auge behalten und aufzeichnen wollen, haben wir für Sie Blöcke, Hefte und Zettel. So können Sie Ihren Chef vielleicht auch von Ruheräumen überzeugen.

Für noch mehr Informationen rund um Büro und Arbeit schauen Sie doch mal auf unserer Facebook-Seite oder bei uns auf Twitter vorbei.

Laut Schlafforschern soll er uns in erster Linie wacher machen und die Reaktion, Konzentration als auch das Gedächtnis verbessern.
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