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Office Hacks: Arbeitshindernis Schreibtisch

Office Hacks: Arbeitshindernis Schreibtisch

Jeder kennt ihn: den Schreibtisch des Grauens. Schon längst wird er nicht mehr wirklich als Arbeitsplatz, sondern als zweites Wohnzimmer genutzt. Überall stehen Fotos von der Familie oder dem letzten Urlaub, mindestens drei benutzte Kaffeetassen stapeln sich in der Ecke, ein ganzer Haufen Fast Food Flyer liegt frei verstreut über den ganzen Tisch verteilt und diverse Süßigkeiten nehmen schließlich den letzten freien Platz ein. Kein Wunder also, dass Kugelschreiber oder andere tatsächlich nützliche Arbeitsutensilien meist unter einem Berg von Notizzetteln und diversen dubiosen Zettelwirtschaften vergraben liegen. Bei einem Telefonanruf beginnt plötzlich das hektische Wühlen durch Berge von Papier.

Copyright Matt Barber via Creative Commons

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Dabei gibt es laut der Wirtschaftswoche in den verschiedenen Ländern sogar unterschiedliche Vorlieben, mit was genau der Schreibtisch vollgestellt wird – und da sind einige Kuriositäten dabei. In Frankreich stehen besonders gerne Kunstobjekte wie etwa kleine Statuen auf dem Schreibtisch, während in China selbst vor einem kompletten Aquarium inklusive schuppiger Bewohner kein Halt gemacht wird. In Algerien sind die Arbeitnehmer anscheinend gedanklich schon mit einem anderen, besseren Leben außerhalb des Büros beschäftigt, denn hier findet man besonders viele Lottoscheine am Arbeitsplatz. Die Klassiker wie Zimmerpflanzen und Stehkalender sind hingegen in beinahe allen Ländern präsent – hier kann man sogar von einem gewissen Nutzen reden.

Für viele mag ein sehr persönlich gestalteter Schreibtisch vielleicht auch ein bisschen Gemütlichkeit am Arbeitsplatz bedeuten, denn immerhin verbringt man unter der Woche einen Hauptteil seiner Zeit im Büro. Allerdings drücken volle Schreibtische häufig anstatt Wohlfühl-Ambiente eher Gegenteiliges aus. Nach Angaben der Wiener Zeitung wirken Arbeitnehmer mit einem aufgeräumten Arbeitsplatz auf ihre Kollegen und Vorgesetzen deutlich organisierter und als ob sie mit der Arbeit effektiver umgehen, als ihre Kollegen mit den unordentlichen Schreibtischen. Häufig bemerkt man allerdings das Chaos auf dem eigenen Tisch selbst gar nicht mehr. Um chaotische Kollegen auf das Ausmaß der Verwüstung aufmerksam zu machen, raten Ordnungstrainer daher dazu, ein Foto vom entsprechenden Arbeitsplatz zu knipsen. Denn Fotos bieten einen Blick von außen und verdeutlichen dem betroffenen Kollegen damit meist erst, wie chaotisch es inzwischen am eigenen Platz zugeht.

Schuld am Chaos ist die menschliche Natur

Dabei ist der penibel aufgeräumte Schreibtisch natürlich eher ein Wunschtraum und in der Realität schlicht und einfach nicht umsetzbar. Laut einer Studie siegt im Alltag eigentlich immer das Chaos. Demnach liegt es in der menschlichen Natur, dass persönliche Objekte auf dem Schreibtisch verteilt werden, da in der heutigen Arbeitswelt meist Konformität und Schnelllebigkeit gefragt sind. Fotos und andere private Gegenstände erinnern an die eigene Individualität und markieren gleichzeitig das Territorium. Generell gilt auch: je länger man bei einer Firma arbeitet, desto mehr sammelt sich auch auf dem Schreibtisch an: gelungene Projekte, witzige Mails der Kollegen oder Fotos von der letzten Firmenfeier.

Copyright Sean MacEntee via Creative Commons

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Aber auch der Unterschied zwischen Männern und Frauen wird am Arbeitsplatz deutlich, denn angeblich neigen Frauen viel eher zum Ansammeln von Gegenständen auf dem Schreibtisch. Zudem halten sie – scheinbar stereotypisch  – viel von Pastelltönen, wenn es um die Wahl der Arbeitsutensilien geht und hängen sehr an kleinen Plüschtieren, die meist einen sentimentalen Wert haben. Männer hingegen tendieren laut der Studie eher zu dunklen Farben und dekorieren ihren Schreibtisch gerne mit Fotos ihres Traumautos oder ihrer Lieblingsfußballmannschaft. Selbst wenn diese Ergebnisse fast etwas zu klischeehaft klingen um wahr zu sein –  der Schreibtisch ist längst nicht mehr nur ein Arbeitsmittel, sondern Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Trotzdem sollte man natürlich vermeiden, dass persönliche Gegenstände die Arbeit stören.

Ein komplett vollgestellter Schreibtisch lässt sich vermeiden

Hier sind ein paar Tipps, wie Sie das Chaos auf dem Schreibtisch effektiv bekämpfen:

  • Räumen Sie Tassen und Geschirr direkt nach der Benutzung weg, bevor es noch Tage auf dem Schreibtisch rumsteht und dann schon fast wieder laufen kann.
  • Finden Sie ein für sich geeignetes Ordnungssystem und vermeiden Sie Papierstapel. Ablageboxen müssen ja nicht immer langweilig sein, sondern können mit Fotos und anderen netten Kleinigkeiten verziert werden.
  • Gewöhnen Sie sich an, Stifte oder andere Arbeitsmittel direkt nach der Benutzung zurückzulegen, statt sie an Ort und Stelle auf dem Tisch liegen zu lassen.
  • Auch von der Ansammlung an Zeitschriften und Werbesendungen sollten Sie sich einmal im Monat trennen. Die meisten Angebote sind dann sowieso schon längst abgelaufen.
  • Manchmal ist es gar nicht so sehr die eigene Schuld, dass der Schreibtisch dermaßen voll wirkt. Häufig nimmt der Kabelsalat der technischen Geräte den meisten Platz ein. Bündeln Sie die Kabel ganz einfach zu Strängen und binden Sie diese mit Klebeband zusammen oder nehmen Sie direkt einen Kabelschlauch. Auf einmal haben Sie wieder viel mehr Platz auf dem Tisch.
  • Konsequent bleiben: Es hilft nicht, den Schreibtisch einmal im Jahr motiviert aufzuräumen. Versuchen Sie besser regelmäßig das Chaos zu beseitigen. Dann fällt es auch längst nicht so schwer.
Um chaotische Kollegen auf das Ausmaß der Verwüstung aufmerksam zu machen, raten Ordnungstrainer daher dazu, ein Foto vom entsprechenden Arbeitsplatz zu knipsen.
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