Viking AT

Kulturschock Arbeitsleben: Arbeitest du schon oder lebst du noch?

Kulturschock Arbeitsleben: Arbeitest du schon oder lebst du noch?

Die Prüfungen sind bestanden, der letzte Kater ist auskuriert und die erste aufregende Jobzusage flattert ins Haus – jetzt wird es ernst, denn die Studienzeit ist offiziell vorbei. Die Stellensuche verläuft für Akademiker nach dem Abschluss zwar nicht immer perfekt, jedoch steigen 99% aller Absolventen in den 10 Jahren nach ihrem Abschluss erfolgreich in einen Beruf ein. Nach einer schwungvollen ersten Woche im Büro trifft manche jungen Wilden allerdings der sogenannte Praxisschock. Das ist aber noch gar nichts im Gegensatz zu den armen Seelen, die unter einer noch schwerwiegenderen Form der Transformation leiden: dem “Erwachsenwerden“.

Als Berufsanfänger hat man es auch wahrlich nicht einfach, denn man muss die im Studium angewöhnten Schlafgewohnheiten anpassen – zum Mittag erst aufwachen und dann erstmal die neuste Folge der Lieblingsserie gucken, kommt im Berufsleben nur so mäßig gut an. Plötzlich hört man sich sagen: „Ausgehen? Sorry, ich muss morgen ins Büro.“ Aber ab wann hat man tatsächlich das Studentenleben hinter sich gelassen und gilt voll und ganz als Büromaus? Da wir hier schließlich über den Berufseinstieg von Akademikern reden, werden wir das Thema anhand eines Phasenmodells – wie man es in jeder guten Fachliteratur findet- erklären.

Phase 1: Eine neue Ära der Zeiteinteilung

Der erste Arbeitstag fühlt sich an wie Frühling. Hochmotiviert kratzen die neuen Berufstätigen alle Aufkleber von ihren Notebooks und misten ihre heimische Schreibtischablage aus. Denn jetzt ist man schließlich richtig erwachsen und braucht diesen Kinderkram nicht mehr – denkt man. Allerdings wird bereits am Morgen des ersten Arbeitstages klar, dass der Wecker ab jetzt der neue Erzfeind ist und das Bett noch nie so kuschelig war. Aber man kämpft sich aus dem Deckengewirr.

Bild mit Wecker und Bett

https://www.flickr.com/photos/guitavares/

Die erste leichte Krise kommt direkt, wenn man bemerkt, dass es mit der freien Zeiteinteilung jetzt vorbei ist und alles nach dem 8-Stunden-Takt des Arbeitstages ausgerichtet ist. Man kann sich nicht mal eben auf einen Kaffee mit Marie treffen und danach noch schnell die schicken Schuhe, die man letzte Woche gesehen hat, in der Stadt kaufen. Schnell ergreift so manchen Berufsanfänger das, was als „Quarterlife Crisis“ identifiziert wird. Plötzlich wirkt das Leben seltsam ernst und man selber muss sich wie ein erwachsener Mensch verhalten – man fängt an, mit Peter Pan zu sympathisieren. Allerdings stellt man auch fest, dass man bei eingeschränkten Abendaktivitäten und einem Vollzeitjob plötzlich etwas ganz Neues zur Verfügung hat: Geld. Spätestens nach dem ersten Gehaltscheck kommt man sich wie Rockefeller vor und kann sich auch gleich viel mehr mit der eingeschränkten Zeiteinteilung anfreunden. Der erste Hürde in Richtung Vollblut-Arbeitnehmer ist also gemeistert.

Phase 2: Zu viel Stress hat noch keinem gut getan

Besonders in der Anfangszeit – und nach dem ersten Gehalt- laufen die meisten Berufsanfänger zu Hochformen auf. Man möchte zeigen, was in einem steckt und sprudelt nur so vor Ideen, wie man das Rad neu erfinden kann. Allerdings läuft man mit dem Verhalten schnell gegen eine Wand, denn bereits bestehenden Strukturen und Abläufe lassen sich nur selten und sehr langsam ändern. Das kann schnell frustrieren und Unsicherheit fördern, besonders wenn man noch in der Probezeit ist oder nur einen befristeten Vertrag hat und sich eigentlich beweisen möchte. Laut einer Statistik hat sich die Zahl der befristeten Verträge in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Die Kombination aus äußerem Druck und ausgebremsten Veränderungswillen führt bei nicht wenigen Einsteigern zu einem viel zu hohen Stresslevel. Jeder zehnte Berufstätige unter 30 Jahre leidet unter Symptomen der körperlichen Abgeschlagenheit bis hin zum Extremfall der Arbeitsunfähigkeit. Versuchen Sie als Berufsanfänger Ruhe zu bewahren, denn auch wenn nicht alle Ihre Vorschläge angenommen werden, so wird Ihr Engagement sicherlich positiv von den Kollegen wahrgenommen und die Probezeit wird wie im Schlaf verfliegen.

Bild von einem Büro

https://www.flickr.com/photos/beglen/

Phase 3: Normalität

Sie haben einen eigenen Kaffeebecher in der Büroküche stehen, Ihr Schreibtischstuhl ist genau auf Ihre Bedürfnisse eingestellt und die meisten Kollegen kennen inzwischen sogar Ihrer Namen: „Tim? Tom?“ „Jan. Ich heiße Jan.“ Je länger Sie arbeiten, desto mehr verblasst die Erinnerung an den Vorlesungssaal.  Eigentlich könnte jetzt ein bisschen Ruhe einkehren, allerdings steht bei 94 Prozent der Berufsanfänger das eigene Ego im Weg. Laut einer Studie überschätzen nämlich besonders junge Arbeitnehmer gerne mal die eigenen Fähigkeiten und fühlen sich schnell unterfordert. Allerdings spielt in dem Zusammenhang besonders die eigene Ungeduld eine große Rolle, denn viele Absolventen erwarten direkt bei Ihrem ersten Job den roten Teppich und ein Büro in der Führungsetage von Google. Das man sich in der Realität erst hocharbeiten muss und mit jeder neuen Rolle auch neue und schwierigere Aufgaben auf einen zukommen werden, sehen die meisten am Anfang nicht. Dabei sollte man den sanften Einstieg eher als Geschenk nehmen, denn direkt ins kalte Wasser geschmissen zu werden und völlig überfordert zu sein, ist auch nicht prickelnd.

Auch wenn sich beim Eintritt ins Arbeitsleben einiges ändert und ein paar Bequemlichkeiten aus dem Studium aufgegeben werden müssen, so bricht doch eine aufregende Zeit neuer Bekanntschaften und Herausforderungen an. Natürlich dauert die Eingewöhnung ein bisschen, abgesehen von einer Sache: an den monatlichen Gehaltscheck gewöhnt man sich sofort und ohne Probleme.

—————————-

Arbeits- und Bürothemen müssen nicht immer langweilig sein. Gucken Sie doch mal bei uns auf Facebook oder Twitter vorbei und schmunzeln Sie mit uns über den einen oder anderen Bürounsinn.

Und falls Ihnen auch der Einstieg ins Arbeitsleben bevorsteht, dann haben wir die Schreibtisch-Ausstattung für Ihren ersten richtigen Arbeitsplatz.

Spätestens nach dem ersten Gehaltscheck kommt man sich wie Rockefeller vor und kann sich auch gleich viel mehr mit der eingeschränkten Zeiteinteilung anfreunden.
Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestShare on Google+Share on LinkedIn

Comments are closed.