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Internationales Pausenbrot: Was wird wo gegessen?

Internationales Pausenbrot: Was wird wo gegessen?

Wir alle kennen die Situation: Der Arbeitstag war stressig und man ist viel zu müde, um sich abends noch in die Küche zu stellen und für den nächsten Arbeitstag etwas Ausgewogenes für die Mittagspause vorzubereiten. Da greift man lieber zum altbewehrten Wurstbrot. Viel Zeit zum Essen wird bei all der Arbeit sowieso nicht bleiben.

Aber stimmt es wirklich, dass das Mittagessen in vielen österreichischen Büros oft zu kurz kommt? Und wie sieht es in anderen Ländern aus? Wie machen es unsere französischen, italienischen oder spanischen Kollegen, die doch in dem Ruf stehen, ausgedehnte Mittagspausen zu machen? Wir wollten diesen Fragen auf den Grund gehen und haben uns einmal in den Brotbüchsen in internationalen Büros umgeschaut. Jetzt bleibt nur noch die Frage, in welchem Land Sie am liebsten Ihre Mittagspause verbringen würden.

ÖSTERREICH

Die Vermutung, dass Angestellte sich durch den allgegenwärtigen Leistungsdruck genötigt fühlen die Mittagspause ausfallen zu lassen und dafür am Schreibtisch zu snacken, ist von einer im Mai 2016 von IMAS durchgeführten repräsentativen Studie wiederlegt worden. Nach den Resultaten der Studie „Pausenlos durch den Büroalltag“ ist uns ÖsterreicherInnen unsere Mittagspause sehr wichtig. Von den 1,015 Befragten gaben nämlich 73 % an, fast täglich eine Mittagspause einzulegen. Diese dauert im Durchschnitt 40 Minuten. Lediglich 15 % der ArbeitnehmerInnen nehmen gelegentlich eine Pause und 12 % beinahe nie.

Dass fast Dreiviertel der Studienteilnehmer und Teilnehmerinnen eine Mittagspause machen, ist ein positives Zeichen dafür, dass sich unsere Einstellung langsam dreht – weg vom Essen als Nebensache am Arbeitsplatz, hin zum bewussten Essen. Das findet auch Ernährungsexpertin Claudia Eck. Die Diplom Ökotrophologin vom deutschen Bundeszentrum für Ernährung weiß, wer sich richtig Zeit zum Essen nimmt, merkt schnell, dass es guttut. Denn nur wer richtig Mittag isst, hat genügend Energie für die zweite Hälfte des Arbeitstags und ist weniger verleitet, zwischendurch zu snacken.

Widergespiegelt wird der Trend zum bewussten Essen auch in der IMAS Pausenstudie. Die Ergebnisse zeigen, dass 43 % der Befragten ihr Essen vom Schreibtisch entfernt verzehren (22 % in der Kantine, 21 % auswärts). 21 % haben Mitgebrachtes, von denen 3 % es in der Firmenküche aufwärmen, 19 % kaufen sich Snacks von außerhalb und nur 1 % lassen das Essen komplett ausfallen.

Für alle die, die dennoch um die Mittagszeit kaum von Schreibtisch wegkommen, hat Eck diesen Ratschlag: „Die Frage stellt sich, wie kann ich meine Arbeit unterbrechen und mir Zeit zum Essen blockieren? Sich unter Dauerstress Zeit für eine Pause nehmen, ist für viele undenkbar und bedeutet noch mehr Stress. Der Mitarbeiter kann eine Zielvereinbarung machen und in kleinen Schritten anfangen: Erst eine Mittagspause, dann zwei und vielleicht gelingen sogar drei in der Woche. Wo der Mitarbeiter dann die Mittagspause verbringt und was gegessen wird, hängt natürlich von den Gegebenheiten vor Ort ab. Wenn es einem gelingt, im eigenen Büro ohne Tastatur und Telefon in Ruhe essen zu können, ist das Pausenbrot eine Alternative. Die nächste Mittagspause kann dann ganz anders gestaltet werden – draußen an der frischen Luft mit einem Spaziergang zum Lieblingsitaliener.“

MITTAGESSEN AUS ALLER LÄNDER

Unsere Recherchen zeigen, dass Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Österreich zum Mittag gern traditionell essen, obwohl wir zunehmend Zugang zu der Küche anderer Länder haben. Im Großen und Ganzen trifft dies auch für unsere internationalen Kollegen zu, denn auch sie greifen überwiegend für das Mittagessen auf ihre heimische Küche zurück. Die folgende Bilderreihe soll verdeutlichen was in internationalen Büros verzehrt wird.

Österreich

Das Schnitzel in seinen zahllosen Varianten ist weltberühmt. In den USA, zum Beispiel, wird am 9. September der „National Wiener Schnitzel Day“ gefeiert.

Deutschland

Bei unseren Nachbarn, den Deutschen, ist die Currywurst immer noch die Nummer 1 der Mittagsessen-Favoriten. Obwohl die Currywurst nicht zu den gesündesten Nahrungsmitteln gehört, ist sie im Vergleich mit dem was unsere amerikanischen Kollegen zum „Lunch“ essen, doch etwas weniger kalorienreich. Zumal dort oftmals auch Eis oder andere Süßigkeiten zum Mittag gegessen werden.

USA

Frankreich

„Le Parisien“, ein mit Schinken gelegtes Baguette, ist die beliebteste Mahlzeit der Büroangestellten in Frankreich. Die Hälfte der Arbeiter kaufen sich dieses Mittagessen in der Bäckerei.

Brasilien

Feijoada (ausgeprochen „Fejschoada“) ist ein einfaches Bohnengericht, das viele portugiesisch-sprachige Länder kennen. Doch sind es die Brasilianer, bei denen es besonders beliebt ist. Deshalb gibt es hunderte von Varianten des Rezepts.

England

Wer schon einmal in Großbritannien im Urlaub war, weiß, dass die dreieckigen Sandwiches allgegenwärtig sind. Aber die Briten essen auch gern Suppe in ihrer Mittagspause.

Türkei

In der Türkei essen die Menschen gern Pide, gefüllte Schiffchen aus Teig, zum Mittag. Danach genießen Büroangestellte oft einen traditionell zubereiteten Kaffee.

Niederlande

Die Niederländer ernähren sich einfach aber gesund in ihrer Mittagspause. Oft bringen sie sich ein mit Käse belegtes Brot mit auf die Arbeit.

Indien

Inder bringen ihre Mittagsmahlzeit gern von zuhause mit. Dabei wird es oft in einer Tiffin-Box transportiert. Das ist ein mehrstöckiger Behälter, dessen Teile aufeinander gestapelt und mit Bügelklips mit einander verbunden werden.

Italien

„Schiscetta“, der italienische Begriff für Essen das in einer Lunchbox von zuhause mitgebracht wird, ist eine beliebte Option für Büroarbeiter. Das Wort stammt aus dem Mailänder Dilalekt. Anschließend genießen Italiener einen „caffe“.

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Wie oft verbringen Sie Ihre Mittagspause am Schreibtisch? Wir würden gern wissen, wie Ihre ideale Mittagspause aussieht. Schicken Sie uns doch ein Foto auf Facebook oder Twitter.

Im Großen und Ganzen greifen unsere internationalen Kollegen für das Mittagessen überwiegend auf ihre heimische Küche zurück.
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