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Experteninterview: So bleiben Sie fit im Büro

Experteninterview: So bleiben Sie fit im Büro

 

Immer mehr Stunden verbringen ÖsterreicherInnen im Sitzen. Wir fahren morgens im Auto oder mit der Bahn zur Arbeit, sitzen den ganzen Tag im Büro vor dem Computer und sitzen dann zu Hause am Abend vor dem Fernseher auf der Couch oder mit Freunden im Restaurant. Was das ganze Sitzen für unseren Rücken bedeutet und dass das nicht gesund sein kann, ist wohl jedem von uns klar, aber was tun, damit wir Schäden, wie Rückenschmerzen, Bandscheibenbeschwerden oder rheumatische Erkrankungen verhindern, den Körper stärken und entlasten können? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben wir das erfolgreiche Start-Up Team von Corpus Motum interviewt. Das Team bestehend aus Patrik Ruhdorfer und Tobias Suntinger hat es sich zur Aufgabe gemacht, mehr Bewegung in den Büroalltag zu bringen und hat Kreuz-und Nackenschmerzen den Kampf angesagt.

Corpus Motum Team – P. Ruhdorfer und Tobias Suntinger

Corpus Motum Team – P. Ruhdorfer und Tobias Suntinger

Viking: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Corpus Motum zu gründen?

Corpus Motum: Büroangestellte sind Spitzensportler! Das wissen die meisten nicht, und oft erfährt man im Büro auch nicht diese Wertschätzung. Die MitarbeiterInnen sind über den ganzen Arbeitstag voll gefordert. Patrik ist Physiotherapeut und sah bei seinen PatientInnen ständig, welche Auswirkungen das Sitzen und der hohe Anspruch im Job haben. Wir dachten uns, dass wir den Leuten im Büro helfen wollen mit einfachen Übungen Probleme wie Rückenschmerzen schon im Keim zu ersticken.

Viking: Was ist Ihre Idee in drei Sätzen?

Corpus Motum: Wir erleichtern Büroangestellten das Leben mit ganz einfachen Übungen, die ihren Körper optimal auf den fordernden Büroalltag vorbereiten, damit jeder auch noch nach 40 Arbeitsjahren gesund und fit ist.

Viking: Warum ist die Büroarbeit so schädlich für uns?

Corpus Motum: Um das zu verstehen, müssen wir eine kleine Zeitreise zurück in die Steinzeit machen: Früher war der Mensch Jäger und Sammler und pro Tag 30-40 Kilometer unterwegs. Nun eine ganz persönliche Frage an jeden: „Wie viele Kilometer legen Sie am Tag mit Ihren eigenen Füßen noch zurück?“ – wahrscheinlich nicht mehr viele! Wir fahren mit dem Auto in die Arbeit, sitzen dort 8 Stunden, fahren mit dem Auto wieder heim und sitzen dann am Abend vor dem Fernseher. Unser Körper wurde für das stundenlange Sitzen aber nicht ausgelegt. Er wurde erschaffen, um bewegt zu werden. Durch die mangelnde Bewegung verändert sich unser Körper: Die Muskulatur wird schwächer und verkürzt sich, die Faszien verkleben. Das führt dann dazu, dass wir Rückenschmerzen haben oder uns nach einem langen Arbeitstag ganz verspannt fühlen.

Viking: Was können wir für mehr Fitness im Büroalltag tun?

Corpus Motum: Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir mit einem wirklich geringen Aufwand pro Tag (ca. 5 Minuten) schon sehr viel bewirken können. Wir beginnen mit drei einfachen Übungen, mit denen wir uns auf der einen Seite direkt im Büro mobilisieren können und auf der anderen Seite unsere Muskulatur stärken.

                                                       

                                                    Sixpack Twister:

Sixpack Twister - Corpus Motem

Was sich zunächst kompliziert anhört, ist ganz einfach

1.  Setzen Sie sich aufrecht ganz an die Kante Ihres Bürostuhls

2. Nun lehnen Sie sich ein wenig zurück, bis Sie die Bauchmuskeln spüren

3. Strecken Sie die Arme aus und pressen Sie die Handflächen aufeinander

4. Drehen Sie den Oberkörper nach links und rechts 

5. Vergessen Sie dabei nicht aufs Atmen und die Bauchspannung!

Die Übung ist super wichtig für eine starke Mitte. Auf die kommt es im Büro nämlich sehr an. Machen Sie die Übung am besten zwei Mal täglich mit 3 Sätzen á 5 Wiederholungen pro Seite. Zwischen den Sätzen machen Sie 30 Sekunden Pause.

                                                  Die Schlange:

Die Schlange - Corpus Motem

  1. Rollen Sie sich im Sitzen ein
  2. Lassen Sie in dieser Haltung vollkommen los (keine Muskelspannung, einfach weiteratmen)
  3. Beim Hochstrecken spannen Sie die Bauchmuskeln an
  4. Rollen Sie sich Wirbel für Wirbel auf
  5. Nachdem Sie sich aufgerollt haben, spannen Sie die Schulterblätter hinten zusammen und drücken die Füße in den Boden

Diese Übung hilft bei der Aufdehnung des Brustkorbes. Die Brustmuskulatur ist bei 95% der Leute, die im Büro arbeiten, stark verkürzt. Machen Sie diese Übung deswegen 3 Mal am Tag mit jeweils 5 Wiederholungen. Das kostet nicht viel Zeit, hat aber schon einen großen Effekt

                                                       Der Adler:

Der Adler - Corpus Motem

  1. Setzen Sie sich wieder aufrecht an die Stuhlkante
  2. Spannen Sie Ihren Po an und drücken Sie die Beine in den Boden
  3. Achten Sie außerdem auf eine gute Bauchspannung
  4. Heben Sie die Arme gestreckt zur Seite und achten Sie darauf, dass die Daumen so gut es geht nach hinten schauen
  5. Spannen Sie nun die Schulterblätter zur Wirbelsäule
  6. Halten Sie diese Position für 10 Sekunden, lassen Sie danach für ein paar Sekunden locker und halten dann die Position wieder für 10 Sekunden. Wiederholen Sie das ganze 5 Mal.

Lächeln Sie während der Übung und spannen Sie alle genannten Muskelgruppen richtig an (Beine in den Boden, Po und Baumuskeln anspannen und die Schulterblätter zur Wirbelsäule spannen). Die Übung ist erstens gut für Ihren Körper und zweitens gut für den Kopf, weil diese Powerpose viele positive Hormone ausschüttet (deswegen ist das Lächeln dabei auch so wichtig).

Corpus Motum: Durch die Kombination dieser Übungen werden Sie nach kurzer Zeit merken, wie sich Ihre Haltung am Schreibtisch verbessert, und das, mit einem relativ kleinen Zeitaufwand.

Viking: Wie oft sollten wir Übungen im Büro machen, um langfristig eine positive Änderung für den Körper zu schaffen?

Corpus Motum: Wie bereits erwähnt, kann man mit einem relativ kleinen Zeitaufwand bzw. einer geringen Zeitinvestition sehr viel bewirken. Nehmen Sie sich zum Beispiel für den Anfang in der Arbeit 3 Mal am Tag für jeweils 1-2 Minuten eine kleine Auszeit, in der Sie die Übungen machen, und Sie werden schon bald einen großen Fortschritt feststellen können. Oft merken Sie die Auswirkungen schon direkt nach den Übungen, weil sie Balsam für den geschundenen Bürokörper sind.

Viking: Wann und wie können Büroangestellte Ihre Übungen am besten in ihren Alltag einbauen?

Corpus Motum: Das Gute ist, man kann die Übungen wirklich jederzeit machen. Wir empfehlen aber das konkrete Umsetzen der Übungen immer mit einem Ereignis zu verknüpfen, damit sich eine Gewohnheit daraus entwickelt, und man die Übungen automatisch macht. Mögliche Zeitpunkte wären zum Beispiel, wenn man in der Früh in die Arbeit kommt, vor einem täglichen Meeting, das immer zur selben Zeit stattfindet, vor und nach dem Mittagessen oder vor dem nach Hause gehen. Suchen Sie sich drei Ereignisse aus und dann koppeln Sie immer eine Übung damit. Dadurch investieren Sie jeden Tag in Ihre Gesundheit.

 

Mehr Übungen und Anregungen, welche Maßnahmen zur Gesundheitsverbesserung Sie als Arbeitgeber für Ihre MitarbeiterInnen ergreifen können, finden Sie bei Corpus Motum.

Wenn Sie ein wenig mehr Bewegung in den Alltag bringen wollen und mit dem Rad zur Arbeit fahren, haben wir die besten Tipps für Sie zusammengestellt.

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Büroangestellte sind Spitzensportler! Die MitarbeiterInnen sind über den ganzen Arbeitstag voll gefordert. Wir dachten uns, dass wir den Leuten im Büro helfen wollen mit einfachen Übungen Probleme wie Rückenschmerzen schon im Keim zu ersticken.
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