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Dinge, die ich gerne in der Schule gelernt hätte – Miete

Dinge, die ich gerne in der Schule gelernt hätte – Miete

Miete

Für uns alle kommt der Tag, an dem wir die Flügel ausbreiten und das Nest der Eltern verlassen wollen, um auf eigenen Füßen zu stehen. Es lockt der Traum von den eigenen vier Wänden, in denen man tun und lassen kann, was man möchte. Doch eine eigene Wohnung zu mieten ist kein leichtes Unterfangen und sollte vorher gut durchdacht sein – besonders, wenn man in Sachen Mietrechtsangelegenheiten noch relativ unerfahren ist. Plötzlich steht man vor einem Berg von Fragen: Wie findet man überhaupt eine Wohnung, welche Rechte und Pflichten hat man als Mieter und welche Kosten – oh Schreck- kommen auf einen zu? In unserer Themenreihe „Dinge, die ich gern in der Schule gelernt hätte“, wollen wir diese Wissenslücken füllen und dabei verlassen wir uns auf die Hilfe von Mietexpertin Mag. Nadja Shah, Bundesgeschäftsführerin der Mietervereinigung Österreichs. Also, legt den Ikea-Einrichtungskatalog zur Seite und spitzt die Ohren, denn wir bringen euch eurem eigenen Reich ein Stück näher.

Infografik

Aller Anfang ist schwer, auch die Suche nach einer geeigneten Erstwohnung. Dabei gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, um den Himmel in vier Wänden zu finden: vielleicht ein wenig „oldschool“ aber immer noch sehr effektiv ist es, die Tageszeitungen nach Wohnungsinseraten zu durchforsten. Besonders an Samstagen ist der Immobilienteil sehr umfangreich. Fündig kann man natürlich auch im Internet werden, denn es gibt inzwischen viele Webseiten, die bei der Wohnungssuche helfen. In manchen Fällen kann es auch sein, dass Immobilienmakler hinzugezogen werden, deren Aufgabe darin besteht, Mieter und Vermieter zusammenzuführen.

Tipp: Oftmals können Familienmitglieder, Freunde und Bekannte bei der Wohnungssuche helfen. Denn häufig wissen sie zufällig von Wohnungen, die frei werden und vermietet werden sollen. Viele Wohnungssuchende posten ihre Bitte nach Hilfe sogar auf Social Media-Plattformen.

Ist man in der Zeitung, im Internet oder gar am schwarzen Brett der Uni fündig geworden, steht als nächster Schritt eine Besichtigung an. Besonders wenn man das zum ersten Mal macht, kann das natürlich ein bisschen überwältigend wirken. Daher lohnt es sich, wenn man unsicher ist, eine Vertrauensperson als moralische Unterstützung zu jedem Termin mitzunehmen. Außerdem hat man dann auch direkt jemanden, der sich die Infos vom Makler anhört, während man selber gerade mit den schicken Einbauschränken in der Küche spielt.

Ist man dann nach der Besichtigung Feuer und Flamme für die Wohnung, geht es an das eigentliche Problem: die Finanzierung. Es lohnt sich eine Excel-Tabelle anzulegen – ganz nach dem Motto „Wenn ich groß bin, will ich auch mal Spießer werden“, um sich einen Überblick über das eigene Budget zu verschaffen. Die österreichische Mietervereinigung rät, dass alle Kosten der ausgesuchten Wohnung – das heißt Miete, Betriebskosten, Heizkosten, Telefongebühren und Strom – ein Drittel des Nettoeinkommens nicht überschreiten sollten. Heißt: keine Wohnung ist so toll, dass es sich lohnt am Ende des Monats mit leerem Magen rumzusitzen oder Kerzen anstatt Strom zu verwenden – auch wenn letzteres vielleicht sogar noch eine gewisse Romantik verbreitet.

Mietvertrag NEU

Drei Kreuze unter das Kleingedruckte und schon hat man den Mietvertrag unterschrieben. Nicht nur winken jetzt neue Freiheiten und die obligatorische Einweihungsparty, sondern auch zusätzliche Pflichten müssen jetzt beachtet werden. Ganz oben steht natürlich die regelmäßige Zahlung der Miete, denn sonst steht man schneller mit Sack und Pack wieder bei Mama und Papa vor der Tür, als einem lieb ist. Zusätzlich sollte man mit der Wohnung natürlich auch vorsichtig umgehen, denn kein Vermieter dürfte begeistert sein, wenn gleich die erste Party das komplette Wohnzimmer in Schutt und Asche zerlegt. Im Gegenzug hat man mit einem Mietvertrag allerdings auch neue Rechte, denn der Vermieter darf jetzt zum Beispiel nicht mehr einfach so unangemeldet hereinspazieren und plötzlich auf dem Sofa sitzen.

Tipp: Eine Kaution ist notwendig, denn sie dient zur Sicherstellung von Mietzinsausfällen bzw. Beschädigungen am Mietgegenstand. Bei Auszug sind Kautionen verzinst zurückzuerstatten – von daher ist eine Quittung für die Kautionszahlung ganz wichtig.

Das Finanzielle ist geregelt, die Eltern haben das (noch) eigene Zimmer im Kopf schon in ein Heimkino umgestaltet und der Tag für den Einzug steht fest. Jetzt kann es losgehen, richtig? Fast richtig. Bevor man Familienmitglieder, Freunde und Bekannte einlädt, um beim Umzug zu helfen – es gibt als Dankeschön auch Getränke und Pizza – lohnt es sich eine genaue Liste aufzustellen, in der detailliert der Zustand der Wohnung vor dem Einzug aufgeführt wird: Fotos, der Zustand der Einrichtung und die Zählerstände von Strom und Gas dürfen dabei auf keinen Fall fehlen. Und wenn einem der Badezimmerschrank entgegen fällt oder man andere Mängel bemerkt, dann sollte man das dem Vermieter unverzüglich und am besten schriftlich mitteilen.

Um das Risiko von bösen Überraschungen zu minimieren, lohnt es sich schon bei der Wohnungsbesichtigung besonders aufmerksam zu sein. Wir haben zusammen mit der österreichischen Mietervereinigung die ultimative Checkliste erstellt, um das neue Domizil auf Herz und Nieren zu prüfen:
Checkliste Wohnungsbesichtigung

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Jetzt bloß nicht den Mietvertrag verlegen: Wir haben Ordner und Schnellhefter für wichtige Dokumente.

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Man muss volljährig sein, um einen Mietvertrag unterschreiben zu dürfen.
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