Viking AT

Datenschutz am Arbeitsplatz

Datenschutz am Arbeitsplatz

Vor Arbeitsbeginn noch kurz private E-Mails checken – kein Problem, oder? Mal eben schnell einen Termin vom Arbeitstelefon aus vereinbaren und in der Mittagspause vom Arbeitscomputer aus schnell alle Social-Media-Kanäle abchecken – man will ja schließlich auf dem Laufenden bleiben. Sein wir einmal ehrlich, wir haben alle schon etwas Privates während der Arbeitszeit bzw. mit Arbeitsutensilien erledigt. Was aber, wenn der Arbeitgeber davon gar nicht begeistert ist und eine Überwachungsmaßnahme einrichtet? Plötzlich werden zum Beispiel die Telefongespräche für Schulungszwecke aufgenommen. Ist das eigentlich erlaubt? Ein eindeutiges Ja oder Nein gibt es hier nicht, denn hier beginnt eine gesetzliche Grauzone und vielen österreichischen Arbeitnehmern macht diese Unklarheit Angst. Um dem Thema Privatsphäre in Büros in Österreich auf den Grund zu gehen, haben wir recherchiert und uns mit einem Experten unterhalten.

“Natürlich ist Kontrolle und Überwachung möglich.”    Dr. Carlo Piltz

Dr. Carlo Piltz, Rechtsanwalt für Datenschutz- und IT-Recht sowie zertifizierter Datenschutzbeauftragter, ist der Ansicht, dass Arbeitgeber sich schneller in „datenschutzrechtliche Problematiken hinein (begeben), als ihnen lieb ist“. Generell bestünde „Verbesserungsbedarf gerade im Bereich Datenschutzrecht zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Büros und Unternehmen”.

Tatsächlich müssen Arbeitnehmer vor verstecken Kameras im Büro theoretisch keine Angst haben, denn Geheimkontrollen sind nur in seltenen Fällen erlaubt – sind aber auch nicht grundsätzlich verboten. Laut Dr. Piltz kommt es immer auf den jeweiligen Fall an und man müsse immer den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz beachten. Das heißt, dass es bei solchen verdeckten Kontrollen immer eines triftigen Grundes bedarf. Ein Beispiel wäre, das man davon ausgeht, dass eine Straftat, wie zum Beispiel Diebstahl, begangen wird. Wichtig hierbei ist es, zu erwähnen dass bei jeglicher Art von Überwachung das Mittbestimmungsrecht des Betriebsrates besteht.

Der Beschäftigten-Datenschutz könnte sich ab Mai 2018, in europäischen Ländern verändern und klarere Regelungen schaffen. Ab diesem Datum wird es auf europäischer Ebene eine Neuerung zum Thema Datenschutz, eine sogenannte Datenschutz-Grundverordnung geben. Diese soll einen neuen Rahmen schaffen, den jeweiligen Mitgliedsländern wird aber die Option gegeben, es in dem jeweiligen Land noch tiefer zu behandeln und auszuformen.

Das vollständige Interview mit Dr. Carlo Piltz können Sie hier anhören:

Der Gedanke, im Büro überwacht zu werden, ist für viele Arbeitnehmer in Österreich unangenehm. Eine amerikanische Studie ergab, dass Arbeitnehmer angespannter sind, wenn sie wissen, dass sie im Büro überwacht werden. Gleichzeitig stieg jedoch die Produktivität im Sinne der Quantität an. Zusammengefasst rief die Studie Stress bei den Mitarbeitern hervor – und Stress ist bekanntlich gesundheitsschädigend. Das kann einen verhängnisvollen Dominoeffekt in Gang setzen, den der Psychologe Oliver Sträter von der Universität Kassel als „Lidl-Effekt“ bezeichnet: Durch den Rückzug des Mitarbeiters wächst das Misstrauen des Chefs, der wiederum die Kontrolle verstärkt.

Eine von Viking durchgeführte Studie kam zu ähnlichen Ergebnissen: 50% der Arbeitnehmer finden, dass der Arbeitgeber keinen Zugriff auf E-Mails, Telefongespräche, Personalakten oder den Internetverlauf haben sollte. Die wichtigsten Informationen für sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber haben wir in einer Infografik zusammengestellt. Hier wird zusammengefasst, was bei einer Privatnutzung von Telefon, PC und Internet am Arbeitsplatz in Österreich beachtet werden sollte und wie viel Überwachung in österreichischen Büros tatsächlich legal ist.

Infographic

—————————————

Greifen Sie doch mal auf klassische Methoden zurück und schreiben Sie mal wieder einen Brief. Damit Ihre Post auch gut ankommt, haben wir für Sie Briefumschläge und Versandtaschen.

Für noch mehr Informationen rund um Büro und Arbeit schauen Sie doch mal auf unserer Facebook-Seite oder bei uns auf Twitter vorbei.

50% der Arbeitnehmer finden, dass der Arbeitgeber keinen Zugriff auf E-Mails, Telefongespräche, Personalakten oder den Internetverlauf haben sollte.
Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestShare on Google+Share on LinkedIn

Comments are closed.