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Boreout: Wenn Langeweile krank macht

Boreout: Wenn Langeweile krank macht

Wir alle haben schon einmal den Krankheitsbegriff „Burnout“ mit Bezug auf Überarbeitung und all den negativen Symptomen gehört. Es gibt da aber ein anderes Phänomen, das vermehrt in den Büros und Jobs dieser Welt auftritt, das sogenannte „Boreout“. Boreout beschreibt das Krankwerden durch Unterforderung beziehungsweise Langeweile. Das mag jetzt eventuell für einige Workaholics befremdlich klingen, aber es gibt sehr viele Menschen, die sich in ihrem Job langweilen bzw. unterfordert sind. Natürlich könnte man jetzt denken, alles halb so wild, über weniger Arbeit muss man sich doch nicht aufregen. Wir sprechen hier aber auch nicht von ein paar weniger-stressigen Tagen, sondern von kontinuierlicher Unterforderung und andauernder Langeweile.

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Das sogenannte „Boreout“ darf man jetzt aber nicht im Sinne von Faulheit verstehen, denn die Betroffenen möchten eigentlich arbeiten und suchen die Herausforderung, bekommen sie aber leider oft nicht. Genauso wie das Burnout, tritt das Boreout auch nicht plötzlich und nach kurzer Zeit auf. Es zieht sich über mehrere Monate oder sogar Jahre hin, bis die Symptome auftreten. Boreout-Betroffene können dabei ähnliche Symptome wie beim Burnout-Syndrom zeigen. Diese sind beispielsweise Antriebslosigkeit, chronische Rückenschmerzen, Herz-Kreislauf-Krankheiten und viele Betroffene fühlen sich wertlos und es kann sogar zu Depressionen führen.

Paradoxerweise täuschen Boreout-Betroffene häufig vor, beschäftigt zu sein, starren auf den Bildschirm, berichten Kollegen von einem Berg an Aufgaben. Mitunter machen sie Überstunden, um ihr Nichtstun zu kaschieren. Viele schämen sich und haben Angst, dass ihre Unterforderung nicht ernst genommen wird und sprechen somit auch nicht darüber. Die Angst, nicht dazu zu gehören, aber auch die Schuldzuweisung zu sich selbst, im Sinne von, „ist es denn meine Schuld?“, sind weitere Hindernisse für die Betroffenen, nicht darüber zu sprechen. Gerade diese Vertuschungsstrategien erzeugen aber laut Experten Stress und können die Gesundheit belasten.

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Eine Studie bestätigt, dass Langeweile und Unterforderung im Job längst keine Seltenheit sind. 26 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sie zwei oder mehr Stunden pro Tag verschwenden. Die Gründe: „Langeweile und fehlende Anreize bei einem Drittel der Befragten.“ Weiter hat die Umfrage gezeigt, dass unterforderte Arbeitnehmer die Unzufriedensten sind und gerne mehr leisten würden. Laut Experten ist der Grund dafür, dass sie entweder im falschen Beruf gelandet sind oder ihr Unternehmen sie einfach nicht mehr leisten lässt und den Wunsch auf Weiterentwicklung und mehr Arbeit nicht unterstützt. Doch gerade Unternehmen sollten hier ihre Ohren spitzen, denn Boreout kostet eine Menge Geld. Der gesamtwirtschaftliche Schaden in Deutschland soll sich auf über 250 Milliarden Euro belaufen. Diese Schätzung geht von zwei Schweizer Unternehmensberatern aus, die sich seit Jahren mit dem Thema Boreout beschäftigen.  Das Phänomen tritt gehäuft in Bürojobs und Dienstleistungsunternehmen auf. Schuld daran ist oftmals die schnelle Digitalisierung, die Arbeitsvorgänge verkürzt oder sogar aufhebt. Die Experten gehen davon aus, dass circa 15 Prozent der Arbeitnehmer im Dienstleistungssektor davon betroffen sind.

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Boreout bekämpfen

Der erste Schritt, wie so oft, ist die Einsicht beziehungsweise Selbsterkenntnis. Wenn man das Gefühl hat daran zu leiden, sollte man für sich ehrlich dokumentieren, mit was man sich den ganzen Tag eigentlich beschäftigt.  Immer im Hinterkopf zu behalten sind die Fragen: Wie viel ist tatsächlich Scheinarbeit? Was ist besonders langweilig? Und was macht Spaß?

Nach der Einsicht kommt die Eigeninitiative ins Spiel. Das sprechen mit einer vertrauten Person ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ein Gespräch mit dem Vorgesetzten ist natürlich notwendig, um Dinge zu ändern. Ein positives formulieren, dass man mehr leisten könnte und sich über mehr Arbeit freuen würden, sowie eigene Vorschläge sowie Beispiele einbringen, was denn diese Aufgaben sein könnten, ist sehr wichtig. Wenn das alles nicht weiterhilft und sich die Situation nicht ändert, sollte man laut Experten einen Jobwechsel in Betracht ziehen. Eine Bewerbung auf eine andere Stelle im Unternehmen, eine Weiterbildung in einem interessanten Fachgebiet verbunden mit der Perspektive, sich danach in eine andere Firma oder gar Branche zu bewerben, können Ansätze für eine Veränderung und damit eine gesundheitliche Verbesserung sein. Sich einen geistig fordernden Ausgleich in der Freizeit zu suchen, wäre eine weitere Möglichkeit, um sich selbst wieder etwas zu fordern.

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Das Phänomen tritt gehäuft in Bürojobs und Dienstleistungs- unternehmen auf.
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